Joseph Lang, K.u.K. Scharfrichter

Es gab ihn wirklich, diesen Josef Lang, seines Zeichens der letzte Scharfrichter der k.u.k. Monarchie in Wien. 1900 hatte er, vorher Kaffeehausbesitzer, Heizer und Tischlergeselle, sein Ernennungsdekret erhalten, 20 Jahre später ließ er seine Memoiren publizieren, als er 1925 starb, gaben ihm 10.000 Wiener das letzte Geleit
Sein Amt war ihm nicht nur Beruf, sondern Berufung. Hochangesehen pflog dieser Biedermann Umgang mit den höchsten Herrschaften. Auf seinem Gebiet ein Fachmann, rühmte er sich der humansten Hinrichtungsmethode: Er war ungemein stolz darauf, für die Strecke von Leben bis zum Tod seiner Schützlinge lediglich 41 Sekunden zu benötigen.
Lang genoss bei seinen Mitmenschen ein großes gesellschaftliches Ansehen, und war – im Gegensatz z.B. zu den Henkern in Großbritannien – eine Person des öffentlichen Lebens. Wenn er in kleinen Provinzstädten der Monarchie seinem Gewerbe nachging, wurde er am Bahnhof oft wie ein Staatsgast empfangen und die gesamte Bevölkerung war auf den Beinen, um den Henker zu sehen.
Mit Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 1918 wurde Lang außer Dienst gestellt. Er erhielt in den folgenden Jahren eine kleine Rente und arbeitete als Hausmeister in Wien in der Gottschalkgasse 1 (Simmering). Einem Zeitungs-Nachruf der Wiener „Arbeiter-Zeitung“ zufolge hat Lang 39 Menschen durch Erhängen hingerichtet.
„Professionslos“ gab es auch für ihn, den stets staatstreuen, korrekten Scharfrichter, dann „nur“ noch die Erinnerung an „bessere“ Tage.

Regie: Geriet Schieske:

1978/79 arbeitete er als Künstlerischer Leiter, Regisseur und Schauspieler am St.Pauli-Theater in Hamburg. Während dieser Zeit und in den folgenden Jahren inszeniert er als Gast an verschiedenen Theatern in Hamburg und spielt u.a. mit Heidi Kabel am Ohnsorg-Theater.

Hugo-Egon Balder und Jacky Dreksler holten 1993 Geriet Schieske nach Köln. Dort entwickelten sie RTL Samstag Nacht .

In den nächsten fünf Jahren führte er bei allen 147 Folgen Regie. Zunächst als Bühnenregisseur, später dann allein verantwortlich. In dieser Zeit drehte er ebenso noch die Piloten zur TV-Comedy-Show Happyness (RTL).

Im Sommer 1996 schrieb Schieske zusammen mit zwei Autoren von RTL Samstag Nacht, Buddy – Das Musical im Hamburger Hafen komplett um und inszenierte es anschließend neu.
Ende 2000 holte Tom Gerhardt Schieske für die Sat.1-Sitcom Hausmeister Krause als Regisseur nach München. Mittlerweile hat er dort mehr als 40 Folgen für die Serie gedreht, die 2002 u.a. mit dem Deutschen-Comedy-Preis ausgezeichnet wurde.

Den Sommer 2002 verbrachte Schieske in Köln als er am Stück 200 Sketche für sieben Folgen der Sketch-Show (ProSieben) vor die Kamera brachte.

Als großes Weihnachtsevent 2005 wurde für Sat.1 Urmel aus dem Eis adaptiert. Der Erfolg der Augsburger Puppenkiste aus den 60ern wurde im Coloneum in Köln von Comedians und Schauspielern in einer Drei-Stunden-Live-Vorstellung aufgezeichnet, und am 4. Advent-Wochenende auf den Bildschirm gebracht. Wiederum führte Schieske Regie.

Marko Formanek als Josef Lang

Marko Formanek

Der gebürtige Wiener kam vor 15 Jahren für „BUDDY – Das Musical“ nach Hamburg. In den 6 Jahren der Erfolgsproduktion stand er weit über 1000 mal mit schwarzer Brille auf der Bühne. Von 2001 bis 2005 folgten drei Tourneen mit „A Tribute to Buddy“ und es macht den Anschein, als kommt er vom Rock’n’Roll nicht los.
Ausflüge zur Oper und Operette (Neue Oper Wien, Wintermärchen, Weißes Rössel in Tecklenburg) gehören genauso zu seinem schaffen wie das Komponieren und Texten.
Und viele, viele Musicals: Hossa, Fred vom Jupiter, What A Feeling, Jukebox Saturday Night, Movie Movie.

Seit 3 Jahren steht er einmal im Monat im „Imperial Theater Hamburg“ wieder mal als „Buddy“ auf der Bühne. Das erst als einmaliges Event gestartete Projekt „Buddy Holly Reloaded“ erfreut sich soviel Beliebtheit das an ein Ende derzeit nicht absehbar ist.
Nächstes Projekt:
Die Wiederaufnahme des Soloprogramms „Es lebe der Zentralfriedhof“

Henker Krirtik Abendblatt

Kritik erschienen am 27. Oktober 2005 im Hamburger Abendblatt:

Perfider Stolz: „Meine erste Hinrichtung“

Imperial-Theater

HAMBURG –

Wiener Blut“ walzert es sarkastisch vom Band, und vor dem Einlaß hat
Amnesty International einen Infostand aufgebaut: Im Imperial-Theater,
sonst Ort der Comedy und Edgar-Wallace-Wallfahrtsstätte, geht es
diesmal um staatlich verordnete Hinrichtungen. In seinem Solo „Der
Henker“ zeichnet Marko Formanek die Geschichte des Wiener k.u.k.
Scharfrichters Josef Lang nach, der bis zur Abschaffung der
Todesstrafe 1918 39 Menschen gehenkt haben soll.

Auf perfide Art stolz ist dieser Lang auf sein „Töten im Dienst des
Vaterlands“, das er perfektioniert hat wie keiner vor ihm. Als es ein
Ende hat mit dem „Abschlachten von Amts wegen“, bricht für Lang, dem
Formanek in der Regie von Gerit Schieske beklemmende Glaubwürdigkeit
verleiht, eine Welt zusammen. Mit zärtlicher Wehmut und geprägt von
Selbstzufriedenheit erinnert er sich an „meine erste Hinrichtung“.

Formanek gelingt es, in differenziertem Spiel auch die anstehenden
geschichtlichen Ereignisse vorwegzunehmen. Im wahrsten Sinn eine
unheimlich gute Schauspielerleistung.

Vollständige Url des Artikels: http://www.abendblatt.de./daten/2005/10/27/496624.html

(c) Hamburger Abendblatt

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